Anonim

Die Arbeit des Volkswagen Konzerns mit illegaler "Defeat Device" -Software geht sogar noch weiter zurück als ursprünglich angenommen, so ein kürzlich veröffentlichter Bericht.

Audi entwickelte 1999 eine Software zur Änderung der Emissionen von Dieselmotoren, setzte diese aber offenbar nie in Serienfahrzeugen ein.

Diese Arbeit könnte jedoch die Grundlage für die Software gebildet haben, die Jahre später in Volkswagen TDI-Modellen verwendet wurde.

VERPASSEN SIE NICHT: Volkswagen verpasst die eigene Frist für den Diesel-Betrugsbericht, die jetzt bis Ende des Jahres erwartet wird

Das Audi "Defeat Device" entstand laut dem deutschen Wirtschaftsmagazin Handelsblatt (via The Drive) aus dem Versuch, das Geräusch von Dieselmotoren zu reduzieren.

Die Ingenieure von Audi entwickelten eine Software, die als "akustischer Modus" oder "akustische Funktion" für Motorsteuerungssysteme bezeichnet wird, damit die Dieselmotoren leiser laufen.

Diese Motoren erzeugten jedoch auch höhere Stickoxidemissionen, wenn sie in diesem Modus betrieben wurden.

Image

2010 Audi A3 TDI

Deshalb haben die Ingenieure auch die "akustische" Software so programmiert, dass sie bei Emissionsprüfungen deaktiviert wird.

Der Handelsblatt-Artikel, in dem anonyme Unternehmensquellen zitiert werden, behauptet, dass dieser Software-Trick nie in Serienautos verwendet wurde - aber dass einige der Ingenieure, die daran arbeiteten, später in die Dieselprogramme von VW übertragen wurden.

Dort arbeiteten sie an dem 2, 0-Liter-Vierzylindermotor EA189, bei dem später festgestellt wurde, dass er über eine "Defeat Device" -Software verfügt.

Die US-amerikanische Anwaltskanzlei Jones Day stellte beim Durchsuchen von Dokumenten im Rahmen einer von VW in Auftrag gegebenen Untersuchung fest, dass VW-Ingenieure den Audi-Codenamen "Akustikmodus" in der Korrespondenz verwendet hatten.

Jones Day "durchsuchte auch die Reihen von Audi", konnte aber niemanden finden, der direkt beteiligt war, heißt es in dem Artikel.

Audi A3 TDI-Kompakte, die in den USA für die Modelljahre 2012, 2013, 2014 und 2016 verkauft wurden, verwendeten 2, 0-Liter-Vierzylinder-Turbodieselmotoren, die mit verschiedenen VW-Modellen geteilt wurden.

Image

2015 Audi A3 TDI, New York City, November 2014

Weitere Untersuchungen ergaben auch eine PowerPoint-Präsentation aus dem Jahr 2006, in der die Verwendung von "Defeat Device" -Software beschrieben wurde.

Führungskräfte des Unternehmens waren sich damals des Betrugs bewusst, lehnten jedoch wiederholt Anrufe ab, um die Verwendung der illegalen Software einzustellen, teilten ungenannte Quellen kürzlich der New York Times mit.

Diese Präsentation zeigte Berichten zufolge, dass die Bedingungen für Labortests vorhersehbar waren, und spezifizierte, wie Software entwickelt werden könnte, um sie zu identifizieren.

Es ist nicht klar, wie weit VW die Präsentation verbreitet hat, aber es zeigt, dass zumindest einige Manager die Software "Defeat Device" kannten, die für Serienautos entwickelt wurde.

"Angesichts der laufenden externen Untersuchungen wissen wir bitte zu schätzen, dass wir den Inhalt dieses Artikels nicht kommentieren können", schrieb Audi-Sprecher Mark Clothier auf Anfrage von Green Car Reports nach einem Kommentar zum Handelsblatt-Artikel.

_______________________________________________