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PSA Peugeot Citroën ist der erste Autobauer, der zugibt, dass seine veröffentlichten Kraftstoffverbrauchswerte einfach nicht mit der Realität übereinstimmen.

Die Ankündigung erfolgt im Zuge der verstärkten weltweiten Überprüfung der Kraftstoffverbrauchstestverfahren der Autohersteller als Reaktion auf den Volkswagen Diesel-Abgasskandal.

PSA führte reale Kraftstoffverbrauchstests durch, um das Vertrauen der Verbraucher nach dem VW-Skandal zu stärken.

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Die Untersuchung ergab jedoch, dass 28 Peugeot-, Citroën- und DS-Modelle im realen Fahrbetrieb einen weitaus geringeren Kraftstoffverbrauch aufwiesen als bei Labortests.

Die 14 getesteten Peugeot-Modelle verbrauchten durchschnittlich 44 Prozent mehr Kraftstoff, 11 Citroën-Modelle durchschnittlich 39 Prozent mehr und drei DS-Modelle 40 Prozent mehr Kraftstoff im Vergleich zu den offiziellen NEFZ-Bewertungen (New European Driving Cycle).

Die Testgruppe umfasst mehrere Versionen einiger Modelle, um die verschiedenen in diesen Modellen verfügbaren Antriebsstränge zu erfassen.

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Tragbare Emissionsmesssysteme (PEMS) auf einem Peugeot 308

Laut einer Pressemitteilung von PSA wurden Messungen auf öffentlichen Straßen mit Passagieren und Gepäck an Bord und Klimatisierungssystemen durchgeführt.

Die Tester verwendeten Routen, die 25 Kilometer "städtisches" Fahren, 39 km "ländliches" Fahren und 31 km (19, 2) "Autobahn" -Fahren umfassten.

Der Kraftstoffverbrauch wurde mit tragbaren Emissionsmesssystemen (PEMS) gemessen, dem Industriestandard für Kraftstoffeffizienzprüfungen auf der Straße und derselben Art von Ausrüstung, mit der die "Defeat Device" -Software von Volkswagen aufgedeckt wurde.

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Die Tests wurden in Zusammenarbeit mit den Interessengruppen Transport & Environment (T & E) und France Nature Environment (FNE) durchgeführt und vom Bureau Veritas geprüft.

Die Ergebnisse des PSA-Kraftstoffverbrauchs stimmten mit denen der übrigen Branche überein, sagte Greg Archer, der am Testprogramm für T & E arbeitete, gegenüber Bloomberg.

Die Kluft zwischen dem Kraftstoffverbrauch von Fensteraufklebern und den tatsächlichen Ergebnissen ist ein "offenes Geheimnis", sagte Jean Thevenon, Leiter Verkehr und nachhaltige Entwicklung bei FNE, gegenüber dem Nachrichtendienst.

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Tragbare Emissionsmesssysteme (PEMS) auf einem Peugeot 308

Im April wurden PSA-Büros in Frankreich im Rahmen einer Emissionsprüfsonde von staatlichen Ermittlern durchsucht.

Zu der Zeit sagte PSA, dass alle seine Autos den europäischen Emissionsnormen entsprachen.

Noch bevor die Nachricht vom Volkswagen Diesel-Skandal bekannt wurde, hatten viele Analysten die Wirksamkeit des europäischen NEFZ-Testzyklus in Frage gestellt.

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Der NEFZ ist bekanntermaßen viel optimistischer als der US-amerikanische EPA-Testzyklus.

Die EPA stützt sich zwar eher auf Labortests als auf reale Tests, fügt jedoch regelmäßig "Anpassungsfaktoren" hinzu, um die veröffentlichten Kraftstoffverbrauchswerte der Realität näher zu bringen.

Dies zeigt sich am deutlichsten an den CAFE-Zielautoherstellern (Corporate Average Fuel Economy) mit 54, 5 mpg, die bis 2025 erfüllt sein müssen, was nur etwa 38 oder 39 mpg auf dem Fensteraufkleber entspricht.

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